Freiburger Gruppen rufen zu Blockade auf

Sowohl der lokale Blog der Um’sGanze-Kampagne „Nationalismus ist keine Alternative“ (keinealternative.noblogs.org) als auch das Autonome Zentrum KTS rufen zu Aktionen gegen den „Tag der Europäischen Völker“ auf. Das Freiburger OAT, angesiedelt im Linken Zentrum ¡adelante! teilte den NIKA-Aufruf ebenfalls auf Facebook. Auch eine gemeinsame Anreise wird organisiert. Wir freuen uns sehr über die Unterstützung! Gemeinsam werden wir den Faschisten den Tag vermiesen.

Hier der Aufruf von „Nationalismus ist keine Alternative“:

Gemeinsam gegen den Naziaufmarsch am 24. September in Weil am Rhein!

Plakat_Weil_am_RheinFaschisten um den Ortsverband der neonazistischen Kleinstpartei „Die Rechte“ rufen für den 24. September zu einem „Tag der europäischen Völker“ in Weil am Rhein (Landkreis Lörrach) auf. Die Stadt ist schon seit längerem durch eine gefestigte Nazi-Szene bekannt: Für die NPD sitzt Andreas Boltze im Gemeinderat, es gab mehrere Pegida-Demonstrationen in der Stadt und erst kürzlich hat sich ein „Stützpunkt“ der Nazipartei „Die Rechte“ um den stadtbekannten Faschisten Andreas Weigand gegründet. Letztere gilt als Sammelbecken gewaltbereiter Neonazis. Zudem organisiert die lokale Szene immer wieder „Heldengedenken“ und Flashmob-Aktionen, um rechtsoffene Jugendliche für ihre Sache zu gewinnen.

Der Aufmarsch am 24. September ist ein Versuch der lokalen Szene nun zu größeren Aktionen überzugehen. Dem wollen wir einen vielfältigen antifaschistischen Widerstand entgegensetzen! Wir rufen alle Menschen in der Region dazu auf, den Nazis und anderen Rechten nicht das Feld zu überlassen. In der Vergangenheit gelang es immer wieder, durch vielfältigen und von weiten Teilen der Gesellschaft unterstützten Protest die Verfestigung neonazistischer Strukturen zu verhindern. Das ist derzeit wichtiger denn je – also lasst uns nach Weil am Rhein fahren und der menschenverachtenden Politik der Faschisten eine breite Absage erteilen!

Solidarität mit den Opfern rassistischer Gewalt!

Dass die Nazis um „Die Rechte“ eine reale Gefahr darstellen haben sie schon mehrfach bewiesen: In Friedlingen, einem Stadtteil von Weil am Rhein, terrorisiert die Nazi-Bande um Weigand seit 2013 eine Familie aus offensichtlich rassistischen Gründen. Hundekot auf dem Auto, rassistische Beleidigungen, Müll und Essensreste im Briefkasten, Klingelstreiche, zerstochene Reifen, zugeklebte Türschlösser und verbogene Scheibenwischer zählten noch zu den „harmloseren“ Aktionen. Die Faschisten passten wiederholt die Kinder der Familie im Treppenhaus ab und bedrohten diese massiv. Wegen der ständigen Drohungen wurde schließlich einem in der Nachbarschaft wohnenden Nazi die Wohnung gekündigt. Als Reaktion überfielen seine Kameraden die Familie und schlugen die Frau krankenhausreif. Daraufhin sammelte sich die lokale Nazi-Szene Tag für Tag vor dem Haus der Familie, um eine ständige Bedrohungssituation aufzubauen. AntifaschistInnen aus der Region organisierten einen Begleitschutz für die Familie, ohne diesen konnte die Familie das Haus nicht mehr verlassen. Ein Gericht sprach schließlich ein Annäherungsverbot gegen 8 Faschisten aus. Einige klagen aktuell dagegen.

Ein weiteres Angriffsziel fanden die Faschisten in einer für die Lokalzeitung arbeitende und kritisch über die rechten Umtriebe berichtende Journalistin. Sie betreiben inzwischen eine Facebookseite, um die Journalistin zu diffamieren und drangen in die Redaktionsräume der Lokalzeitung ein. Auch AntifaschistInnen kommen immer wieder ins Visier der Rechten: 2009 geriet Weil am Rhein in die Schlagzeilen, als in der Wohnung von Thomas Baumann, dem damaligen Leiter des Lörracher Stützpunkts der Jungen Nationaldemokraten, 22 Kilogramm Chemikalien und Bauteile für Rohrbomben gefunden wurden. In E-Mails und Online-Foren hatte er das autonome Zentrum KTS in Freiburg und die regionale Zentrale des DGB als potentielle Anschlagsziele genannt. Ende 2015 wurde in Schopfheim, ebenfalls im Landkreis Lörrach, ein Jugendlicher beim Verlassen des autonomen Jugendzentrums »Café Irrlicht« angegriffen und mit einem Schuss aus einer Gaspistole im Gesicht verletzt. Seit Jahren kommt es zu Angriffen auf BesucherInnen des linken Zentrums.

Grenzenlose Solidarität statt „Tag der Völker“!

Wir dürfen die Opfer neonazistischer Gewalt und die antifaschistischen Strukturen auf dem Land nicht alleine lassen! Deshalb rufen wir dazu auf, am 24. September gemeinsam von Freiburg nach Weil am Rhein zu fahren. Zeigen wir uns solidarisch mit den Betroffenen des Nazi-Terrors und machen den Nazis ihre „Homezone“ streitig. Lassen wir den 24. September statt eines „Tags der Völker“ zu einem Tag der grenzenlosen Solidarität gegen Rassismus und Faschismus werden!“

Und hier der Aufruf der KTS:

„Nazis? Rhein!

Nazis ins Wasser schubsen! Gegen den Naziaufmarsch am 24.09.2016 in Weil am Rhein

Antifa-Mobi-Aufruf des Autonomen Zentrums KTS Freiburg für den 24. September 2016 gegen den „Tag der europäischen Völker“ in Weil am Rhein (französisch)

Gegen den „Tag der Europäischen Völker“ am 24.9. in Weil am Rhein Rechtsradikale im Dreiländereck versuchen sich erneut zu organisieren. Wieder in Weil am Rhein. Weil, war da nicht was? Aus Weil am Rhein kam auch der gescheiterte Nazibombenbauer T. Baumann, der 2009 eine Bombe gegen politische Gegner*innen wie „KTS oder DGB“ zünden wollte. Seit dem 8. November 2015 treten Nazis nun offensiv in Weil am Rhein an die Öffentlichkeit.

 

Zu Anfang noch unter dem Namen „friedlicher Widerstand“, bald darauf auch als „Pegida Dreiländereck“. So versuchten sie es zuletzt immer wieder mit Kundgebungen im Weil, Kandern und Basel in der Öffentlichkeit zu hetzen – auch rassistische Übergriffe häuften sich (siehe Chronik weiter unten). Nachdem sich „Pegida Dreiländereck“ zerstritten hat, versucht nun Andreas Weigand am 24. September unter dem Motto „Tag der europäischen Völker“ die Neonazis wieder auf der Straße zu sammeln.

 

Auch wenn der Staat Antifas seit jeher und ganz aktuell in der Region mit Repression begegnet, werden wir uns nicht einschüchtern lassen und uns dem Tag der europäischen Völker in den Weg stellen. Wir rufen dazu auf, am 24. September 2016 nach Weil am Rhein zu kommen und den Tag für die Nazis zum Desaster zu machen!

 

Gegen die Ideologie der Vernichtung

 

Für den so genannten „Tag der europäischen Völker“ mobilisieren die Neonazis grenzübergreifend. Gerade aus Frankreich hoffen sie auf rege Beteiligung. Beginnen wollen die Neonazis um 13 Uhr auf dem Hüninger Platz im Stadtteil Friedlingen, in direkter Nähe zur Wohnung der Familie, welche von Neonazis wochenlang eingeschüchtert und bedroht wurde.

 

Der von Andreas Wiegand initiierte „Tag der Europäischen Völker“ zeigt das ganze Ausmaß faschistischem Größenwahns. Nach der Vorstellung der Neonazis wollen sie sich dafür einsetzen, dass jedes (und sei es noch so konstruierte) „Volk“ seinen eigenen Nationalstaat bekommt. In diesen „reinen“ Staaten können sie dann ungestört Menschen mit Behinderungen, Homosexuelle, Migrant*innen, Unangepasste, Arbeitslose, etc. Stück für Stück aus der Gesellschaft entfernen (sprich: mit Gewalt vertreiben und umbringen).

 

Hinter diese gemeinsame Forderung nach totalitären „Volksstaaten“ stellen sich die Neonazis verschiedener Länder und Regionen. Ist dann erst der herbeigesehnte Zustand der absolut gleichgemachten Gesellschaften erreicht, beginnt der Überlebenskampf jedes „Volkes“ gegen die anderen, was die Nationalsozialist*innen als Blut und Boden-Ideologie vertreten haben. Dies hat zur Konsequenz, dass ein erbarmungsloser Vernichtungskrieg gegen alle anderen „Völker“ beginnt: Die Völkerschlacht als alles überziehender Krieg.

 

Out of control gegen den Hass der Rassist*innen

 

Gegen diese widerwärtige Vorstellung und den europaweit drohenden Rückfall in mehr nationalistische Identitätspolitik und Reaktion wollen wir uns wehren. Wir setzen uns ein für ein miteinander aller Menschen. Sowohl im Hier und Jetzt (trotz Nationalstaaten) wie auch in Zukunft (dann hoffentlich im Anarchismus).

 

Gegen Nazispuk auf den Straßen hilft nur sich dagegen zustellen und ihnen keinen Meter Raum zu geben. Dabei wollen wir den Neonazis jeden Raum in der Stadt nehmen. Um dieses Ziel zu erreichen, mobilisieren wir für Out-of-Control Aktionen im gesamten Stadt- bzw Dorfgebiet, bei dem viele verschiedene Protestformen Platz haben. Das wollen wir durch dezentrale Aktionen erreichen (Sitzblockaden, Pink & Silver-Paraden, Punkmusik und Straßenpartys, agile Kleingruppen, etc.).

 

Gleichzeitig wird eine angemeldete Kundgebung/Demonstration gemeinsam von der Linken und den JuSos in Weil am Rhein stattfinden. Zusätzlich soll im Vorfeld am 17.9. ein Sternmarsch gegen Rechts des „Aktionsbündnis Miteinander“ stattfinden. Wir setzen auf vielfältige Aktionen gegen den Naziaufmarsch in der ganzen Stadt. Jeder Naziaufmarsch, der stattfinden kann, stärkt die rechte Szene und muss verhindert werden, von der Anreise bis zur Abfahrt. Je vielfältiger am 24.9. gegen die Nazis demonstriert wird, desto besser!

 

¡No Pasaran! 
Für die Freiheit – für die Anarchie!“

 

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