OAT’s aus Schopfheim und Basel wollen TDEV blockieren

Die Offenen Antifaschistischen Treffen Schopfheim und Basel haben einen gemeinsamen Aufruf zu Blockadeaktionen am 24.9. auf indymedia veröffentlicht.

„Menschen statt Völker!

Menschen statt Völker

Den Naziaufmarsch am 24.09.2016 in Weil am Rhein blockieren! Die ultranationalistische Partei „Die Rechte“ ruft zu einem „1. Tag der europäischen Völker“ nach Weil am Rhein auf. Angemeldet ist ein Demonstrationszug der im Stadtteil Friedlingen starten soll und zu dem laut Organisator*innen 500-1000 Rechtsradikale erwartet werden.

Dass die Wahl dieser Veranstaltung auf das Dreiländereck fällt verwundert kaum. Seit einem dreiviertel Jahr treten hier massiv Neonazis in die Öffentlichkeit und versuchen das Stadtgebiet für sich zu beanspruchen. Wenn Mensch sich die Ereignisse seit November 2015 vor Augen führt wird einem schnell bewusst dass Weil am Rhein ein massives Naziproblem hat.

Am 08.11.2015 versucht eine Rechtsradikale Gruppierung zum ersten Mal eine Demonstration in Weil am Rhein durch zu führen. Damals nennen sie sich noch „friedlicher Widerstand“ und weißen alle Vorwürfe ein Pegida-Ableger zu sein zurück. Doch bereits eine Woche später bekennen sie sich zu „Pegida Dreiländereck“ und versammeln sich von der Polizei gut geschützt auf dem Marktplatz. Bereits bei dieser ersten Versammlung wird klar woher der Wind weht, unter den 70-80 Teilnehmer*innen ist eine große Anzahl an offen als Rechtsradikale zu erkennende Personen.

Bis Anfang Dezember finden vier Platzkundgebungen statt zu welchen u.a. Überregional bekannte Pegida- Prominenz auftritt. Da diese Versammlungen stets von Gegenprotest begleitet werden welche einen reibungslosen Ablauf unmöglich machen, entschließt sich „Pegida Dreiländereck“ dazu ihre Veranstaltungen nun im 20 Autominuten entfernten Hinterland ab zu halten. Es finden im Dezember und Januar zwei weitere Platzkundgebungen in Kandern statt. Ihr Plan geht nicht auf, das Hinterland wehrt sich massiv gegen Pegida, nach dem 10. Januar ist Schluss mit den Versammlungen. Doch der rechte Spuk findet kein Ende. Am 31. Januar, dem Jahrestag der Machtübernahme Hitlers, schwenken Neonazis Reichkriegsfahnen auf einer Brücke in Friedlingen und anschließend versuchen 25 Personen einen Fackelmarsch nach dem Vorbild der „Unsterblichen“ in Kandern durchzuführen. In den folgenden Wochen wiederholen sich die Fahnen-und Banneraktionen auf Brücken, im April wird ein „Heldengedenken“ am 1.Weltkriegsdenkmal in Todtnau veranstaltet zu welcher auch eine Kameradschaft aus der Pfalz erscheint. Ende Mai wird in Weil am Rhein ein lokaler Ableger der Rechtsradikalen Partei „die Rechte“ gegründet. Zum vorläufig traurigsten Höhepunkt der Naziaktivitäten kommt es am 09. Juni im Stadtteil Friedlingen. Eine Familienmutter wird in Anwesenheit ihres Kindes am helllichten Tag zusammengeschlagen. Der Täter kommt aus dem Pegida-Umfeld und ist der Schwiegersohn eines Rassisten dem die Wohnung gekündigt wurde weil er die Familie der Betroffenen über Jahre rassistisch belästigte und bedrohte. Im Anschluss darauf versammeln sich über mehrere Abende hinweg Neonazis vor dem Haus der betroffenen Familie und belästigt, fotografiert und bedrohen diese. Es wird so massiv dass die Kinder nur noch mit Begleitung von Freiwilligen zur Schule gehen können.

Alles die Selben

 Hinter all dem steckt ein und der selbe Personenkreis, angeführt von dem „die Rechte“ Vorsitzenden Andreas Weigand. Mal nennen sie sich „friedlicher Widerstand“, mal Pegida oder auch „Kameradschaft“. Bei allen Aktionen war er anwesend und versucht nicht mal ein Geheimnis daraus zu machen, in sozialen Netzwerken werden stolz Bilder davon verbreitet. Kurzum, die Nazis fühl(t)en sich sicher in Weil am Rhein.

 Augen zu statt klare Kante

 Wie bereits zu Zeiten der Pegida Veranstaltungen, als Bürgermeister und Gemeinderat Neonazis und Gegendemonstrant*innen in einen Topf warfen, versuchen sie nun erneut den Gegenprotest zu spalten und den Nazis freie Bahn zu gewähren. Das „Aktionsbündnis Miteinander“ ruft dazu auf am 24. September zuhause zu bleiben und lädt statt dessen eine Woche vorher zu einem Sternmarsch gegen rechts ein.

Alles muss man selber machen- den Naziaufmarsch blockieren!

Da Sternmärsche an anderen Tagen genauso effektiv sind wie Onlinepeditionen gegen Neonazis rufen wir dazu auf sich dem rechtsradikalen Mob direkt entgegen zu stellen!

Wir wollen das Aktionsmittel des zivilen Ungehorsam anwenden um den Aufmarsch zu blockieren.

Kommt am 24. September nach Friedlingen, beenden wir den „1.Tag der europäischen Völker“ noch bevor er angefangen hat. Unterstützt die Blockaden, zeigen wir gemeinsam dass das Dreiländereck keine Naziumtriebe mehr dulden wird!“

 

24.09.2016, Weil am Rhein/ Friedlingen. Blockaden ab 11 Uhr

 offenes Antifa Treffen Schopfheim und Umland

offenes Antifa Treffen Basel

Schreibe einen Kommentar